1. Göttinger Health Slam

1. Göttinger Health Slam

Alles war so aufregend. Von Isi an der Kasse über Mathias als Organisator und Moderator bishin zu den Teilnehmenden auf der Bühne. Christiane, Alex, Wolfgang und Alina traten gegeneinander an und wurden durch Sabrina, als Feature unterstützt. Im Publikum saßen Studierende der Medizin, Pflegende, TheraputInnen, PatientInnen und weitere Interessierte an diesem Format.

Wundervolle, nachdenkliche, irre Beiträge

Sabrina tritt als wundervolle Featurepoetin auf und bringt ihren Text über die Frühschicht in einem Altenheim und was sie dort alles erlebt und weshalb sie „gern“ ein Bagger wär´.

Christiane erzählte uns etwas über den Traum und die Realität der Versorgung alter Menschen und wurde systemkritisch. Sie fragte warum wir alte Menschen so wenig respektieren und dass wir ihre Würde mehr beachten sollten. Sie fragte die Politik, weshalb sie mehr Akten-, als Altenpflege betreiben muss. Sie fühlt sich oft als ratlos und soll Ratlosen Rat geben.

Alex („mit Vollschaden“) reimte über Erfahrungen von Natalie aus der Psychiatrie und das auch dort ICD und OPS oft vordergründiger behandelt werden, als der Patient mit seinen Bedürfnissen. Auf alles fand auch er keinen Reim. zum Beispiel auf Schilddrüse.

Alina schrieb ein eigenes „Drehbuch“ einer Krankenhausserie, die um 04:00 Uhr morgens mit Sonnenschein beginnt. Die Krankenschwester schwingt oft ihr Haar, trinkt Kaffee und rettet Patientenleben. Soweit ein übliches Drehbuch, aber sie dringt in das Gewissen der fiesen Stationsleitung und des arroganten Stationsarztes ein und zeigt ihnen, weshalb sie ursprünglich diesen Beruf gewählt un gelernt haben. Es endet dann doch wie alle anderen dieser Serien. Hemmungsloser Sex…

Wolfgang erzählt von seinem Aufenthalt im Krankenhaus. Wenn das Geld nicht mehr für eine ganze Knieprothese reicht, muss es eben eine Halbe sein. Vom Aufnahmegespräch, bei der die Pflasterallergie angesprochen wird über die Blutabnahme, die mit einem Pflaster auf dem Arm endet bishin zu Widrigkeiten bei dem Zimmer und der folgenden kurzen Betreuung, bei der sich die VersorgerInnen nicht mit Ruhm bekleckert haben.

Das Publikum entscheidet sich

Mit dem Applaus des Göttinger Publikums ziehen Alina aus Berlin und Alex aus Göttingen in das Finale ein.
Alex ist sich sicher, dass Liebe auch etwas mit Gesundheit zu tun hat und erzählt ein paar Geschichten aus seinem Tagebuch. Er führt es schon recht lang und schwelgt immer wieder in Erinnerungen. Lara und Klara, von denen er mal etwas wollte. Die eine Bekanntschaft war kurz und die andere fand gar nicht statt, oh beide waren Schwestern…
Alina erzählte im Finale etwas über ihr Praktikum in der Altenpflege von Else, die nicht mehr Wäsche wäscht und Angst vor dem Baden hat. Weil die Pflegenden es schon immer so machen und es auf dem Plan steht, wird Else trotzdem gewaschen. Ob sie brüllt und schreit spielt dabei keine Rolle. Sie fordert auf, egal wie alt man ist oder welche berufliche Erfahrung man vermeintlich hat: „Steht auf und sagt etwas! Was unrecht ist, darf es nicht bleiben.“ Dieser Text berührt sehr und geht nicht nur Alina spürbar nahe.
Das Publikum prämiert sie mit dem Sieg an diesem Abend.
Wir freuen uns auf den nächsten Slam und Euch!

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